bettina

         strunk

über mich
 
Manchmal weiß man einfach nicht, woher der Wind kommt. Und ehe man sich versieht, ist er da: der Sturm, der das ganze Leben durcheinanderwirbelt.
Bei mir allerdings war er weit mehr als ein "Durcheinanderwirbeln". Und er hat lang gedauert. Mindestens fünf Jahre. Wahrscheinlich aber länger.
​Inzwischen kenne ich die Ursachen, die mich in ein neues Leben geführt haben. Den Weg hätte ich mir viele Male anders und vor allem leichter gewünscht. Aber das Ziel - und womöglich bin ich da noch gar nicht - lässt erahnen, dass er gut war wie er war.
"Aber wenn es keine Worte und keine Bilder gibt - ist es dann nicht so, als wäre all das nie geschehen?"

Ich betrachte die Dinge noch mit Kinderaugen.

Maurice de Vlaminck (1876 - 1958)

Die Kunst war schon immer ein wichtiger Teil meines Lebens, aber bis vor wenigen Jahren war es nicht die bildende Kunst, sondern die Musik. Ihr habe ich viel zu verdanken. Das Klavierspiel trug mich förmlich durch mein Leben, gab mir Halt dort, wo alles um mich herum wankte, ließ Freude und Traurigkeit, Wut und Leidenschaft ertönen. Und das oft, ohne dass ich es selber spürte.
Ich hatte Freude daran, meine Begeisterung für die Musik an Kinder weiterzugeben und wurde Grundschullehrerin, später dann Grundschulleiterin. Egal, wie viel Arbeit auf dem Schreibtisch lag, der Schulchor fiel nicht aus. Musik machen - auch mit Kindern - ist stets ein gegenseitiges Geben und Nehmen und macht dadurch so reich.

Kunst = Mensch = Kreativität = Freiheit 

Joseph Buyes (1921 - 1986)

Als der Sturm, um bei diesem Bild zu bleiben, so richtig heftig wurde, fand ich Hilfe in einer Klinik für Psychotherapie. Und hier begegnete ich der Kunst - der bildenden Kunst, von der ich bis dahin felsenfest überzeugt war, dass ich all das, was dazugehört, in keiner Weise beherrschte und auch nicht lernen würde.
Ich glaube, es war zunächst die Begegnung mit einem Speckstein, die mir ganz allmählich den Mut gab, mich auf ein Terrain zu begeben, das bis dahin nicht meins war. Aber von diesem Augenblick an feilte und schmirgelte ich, ja, genau - um mein Leben. Das Gefühl, das aufkam, als der Stein in meinen Händen immer weicher wurde, ist nicht zu beschreiben.
Eines Tages nahm ich mir eine Leinwand und malte ein Bild, das ich so ähnlich bereits gesehen hatte. Und das Ergebnis erfüllte mich. Es sagte mir etwas. Manchmal ist da nur ein winzig kleiner Teil in mir, der angesprochen wird von dem, was ich mache. Aber der genügt, um mich frei zu fühlen.

„Those who do not want to imitate anything, produce nothing.“                                                            Salvadore Dali (1904 - 1989)

Seitdem probiere ich ohne Ende aus. Ich bin vielen KünstlerInnen so dankbar, die ihre Erfahrungen und ihr Können über das Internet weitergeben. Und nun möchte ich hier, an dieser Stelle, meine Erfahrungen preisgeben - ältere und neue. Ich möchte andere beschenken mit meinen Bildern, aber vielleicht auch mit meinen Gedanken.
Dabei bin ich mir gegenüber oft nicht ganz fair. Ich sage, dass die Ideen nicht direkt von mir kommen, ohne zu sehen, dass auch meine vielen Vorbilder „das Rad nicht erfunden“ haben. Ich höre ein Motiv aus einer Beethoven-Sonate und denke: ´Moment mal, das hört sich an wie Schumanns „Rheinische“.´ Auch Schumann hat geklaut. Alle machen das, und wer es nicht macht, macht nichts. Danke, Herr Dali! Klauen bringt mich weiter – zumindest in der Kunst. Und in dem Augenblick, in dem ich mich inspirieren lasse von anderen Menschen, mache ich mein Eigenes daraus. Ein spannender Prozess!